• Das Alphabet der aussterbenden Worte

    G wie Groschengrab         roschengräber werden etliche kennen, wenn auch unter einem anderen Namen. Ich, als Kind der 80’er Jahre, verfiel regelmäßig der Faszination eines jeden Groschengrabes. Bunt, Blinkend, Bing-Bing. Alles, was den Spieltrieb eines Kinderherzen höherschlagen ließ. Na, schon erraten? Ein Groschenautomat ist ein Spielautomat, in dem man Münzgeld einwirft. Früher waren das noch die guten alten Groschen. Aber auch Parkuhren, Jukeboxen, Münzfernsprecher (Telefonzelle) oder aber auch vermeintliche Schnäppchen, die sich als Fehlkauf erwiesen, wurden als Groschengrab bezeichnet. Mir persönlich fehlen die Kaugummiautomaten ja besonders.

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    F wie Fisimatenten         isimatenten? Fisimatenten? Fisimatenten? Nee, das sagt mir nichts. Bravo. Wer noch nie den Satz: „Jetzt ist aber Schluss mit deinen Fisimatenten!“ gehört hat, ist wohl ein äußerst fokussierter Mensch, der jegliche Verzögerungstaktik vermeidet. Der Begriff stand 1880 erstmalig im Duden. Man vermutete, dass sich Fisimatenten von den französischen Aussprüchen: „Visite ma tante“ (Ich besuche meine Tante – eine Ausrede von Soldaten gegenüber Wachposten) oder „Visitez ma tente“ (Besuchen Sie mein Zelt – angeblich eine Aufforderung, mit der Offiziere junge Damen zu einem Rendezvous einluden) ableiten würde, die im Deutsch-Französischen Krieg verwendet wurden. Fälschlicherweise. Die Herkunft ist unbekannt. Nun aber Feierabend mit den Sperenzchen, hier die Auflösung: „Das sind alles nur Fisimatenten“ gleich „Das sind…

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    E wie Eidam           idam bezeichnete zur damaligen Zeit den Mann, der in die Familie eingeheiratet und damit das Recht auf das Erbe der Tochter erworben hat. Kurz gesagt: Schwiegersohn hat das Wort Eidam ersetzt. Wenn ich ehrlich bin, klingt für mich Schwiegersohn doch netter. Eidam führt bei mir zu verwirrenden Gedankenspielen …  

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    D wie Daus         aus ist ein Wort, welches seinen Ursprung bereits im 12. Jahrhundert hat. In Deutschland wurde der Begriff erst mit Einführung der Spielkarten bekannt, denn er betitelt die Spielkarte mit dem höchsten Kartenwert – das Ass. Und da gab es doch noch den Ausruf der Verwunderung “Ei der Daus!”, welchen man im 15. Jahrhundert mit Begriffen wie “Betrüger” oder gar “Teufel” in Verbindung brachte. Den oder das Daus werden wir nicht mehr allzu oft hören. Das klassische Kartenspiel hat seit Jahren leider an seiner Beliebtheit mehr und mehr an Interessenten verloren. Was bleibt mir dazu noch zu sagen? Ei der Daus!

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    C wie Chapeau claque           hapeau claque ist nichts anderes als der gute alte Klappzylinder. Doch wie immer hört sich das Französische deutlich klangvoller für die meisten Ohren an. Nichtsdestotrotz stirbt diese wundervolle Wort-Konstruktion aus. Warum liegt auf der Hand bzw. nicht mehr in der Hand. Wer trägt heute noch einen Klappzylinder? Ich bedauere diese Entwicklung sehr. Sahen doch Männer mit Frack und Zylinder um einiges kleidsamer aus, als in zerrissenen Jeans und Sneakers, oder meine Damen?

  • Das Alphabet der aussterbenden Worte

    B wie Base           o, Bi, Base. Leider kennen nur noch sehr wenige, meist ältere Herrschaften, diesen Ausdruck. Dabei klingt er so sanft und leicht. Doch leider nicht so avantgardistisch, wie das aus dem französischen stammenden Wort “Cousine”. Hinzu kommt, dass Base zu früheren Zeiten ebenfalls für die “Tante” benutzt wurde. So ergaben sich immer wieder Nachfragen bzgl. der Person, die einem gerade vorgestellt wurde. „Das ist meine Base.” „Tante oder Cousine?” Das war wohl das eindeutige Aus für das wunderbare Wort. Wenn man doch so schnell auch seine Verwandten verschwinden lassen könnte 😉