Zeit, unser kostbarstes Gut

Vor ein paar Tagen wurde ich auf Veränderung angesprochen. Speziell ging es um die menschliche Veränderung, die jeder Einzelne von uns durchlebt. Oft fällt die Veränderung so stark aus, dass Beziehungen auf der Strecke bleiben. Noch vor einem Jahr kannte man eine Person, wie seine eigene Westentasche und im nächsten Moment trudeln Unterhaltungen in die Weißt-du-noch-damals-Spirale. Warum passiert so etwas? Die Antwort: Man teilt sich eine Vergangenheit- eine gemeinsame Gegenwart fehlt. Die Zeit ist zu knapp, um sich mit den neuen Facetten des Anderen anzufreunden. Mit einem Wimpernschlag wird ein Freund oder ein Angehöriger zu einem Fremden. In dieser Situation muss man sich fragen, ob ein Bedarf an einer weiteren Verbindung vorhanden ist. „Natürlich“, schreien alle laut auf. Aber Vorsicht! Die Minuten rieseln unaufhaltsam, wie feiner Sand durch unsere Hände. Ein 24-Stundenrennen. Tagein, tagaus. Wo also noch die Zeit hernehmen, um Menschen, die einem mal vertraut waren, neu kennenzulernen? Eine Stunde berappen, indem ich früher aufstehe? Schneller zu Arbeit jage? Termine verschiebe oder für ganz Verrückte sogar absage? Ist das die Beziehung Wert? Wie schnell geht einem die Frage: Weißt du noch damals? über die Lippen und erspart viele Begegnungen. Zeit ist kostbar und in unserem Jahrhundert seltener als Gold zu finden.